Ein Blick in das Innere der Findorff-Kirche Iselersheim
Das Schiff mit fünf Kerzen stellt die fünf Ortschaften der Kirchengemeinde dar.

Ein Volksmissionar mit Herz und Händen

Nachricht 10. September 2021

Pastor Wilhelm Maack ist mit 86 Jahren gestorben

Wilhelm Maack (1935-2021). Foto: Peter Matthiesen

Einiges blieb bis zum Schluss gleich: Sein wacher Blick, sein verschmitztes Lächeln und sein Interesse für Menschen. Anderes fiel ihm schwerer, seit er 1996 einen Schlaganfall erlitt, der ihn 1997 zum vorzeitigen Ruhestand zwang. Bis dahin war er vor allem: Pastor aus Leidenschaft und Volksmissionar mit Herz und Händen, der vielen in der Region in guter Erinnerung ist.

Am 1. September 1935 geboren, wuchs Wilhelm Maack als ältester von drei Brüdern in Schneverdingen auf. In die Wiege gelegt war ihm die Liebe zur plattdeutschen Sprache und zur norddeutschen Heimat, der christliche Glaube und die Tischlerei. Er erlernte den Beruf des Vaters und wurde jüngster Meister der gesamten Innung. Er schloss ein Studium der Innenarchitektur an und konnte dann über ein Theologiestudium in Hermannsburg in den Pastorenberuf wechseln. In Hermannsburg lernte er auch seine Frau Eva kennen, eine Apothekerin aus einer pfälzischen Theologenfamilie. Mit den ersten vier ihrer insgesamt fünf Kinder zogen sie nach Rethem an der Aller, wo Wilhelm Maack 1967 ordiniert wurde.

Wilhelm Maack bei einer Andacht. Foto: Peter Matthiesen

Die 11 Jahre seiner ersten Station als Pastor war wie auch die weiteren geprägt von großem Engagement für die Gemeinde. So waren etwa seine plattdeutschen Gottesdienste regelmäßig überfüllt, der Superintendent hob seine „besondere Fähigkeit zur Volkmission“ hervor. Als Seelsorger aus Leidenschaft gehörten für ihn viele Hausbesuche genauso dazu wie  die Verkündigung auf dem Campingplatz. Fleiß und Ideenreichtum prägten auch die folgende Pfarrstelle in Emden ab 1978, wo er unter anderem Seelsorge in der JVA machte und eine Vakanzvertretung auf Borkum übernahm. 1988 wechselte er nach Bremervörde und übernahm die zunächst zur Auferstehungsgemeinde gehörende Pfarrstelle Iselersheim, ab 1994 dann die eigenständige Gemeinde.

Wilhelm Maack in seinem Element - auf einer Baustelle. Foto: Peter Matthiesen

Obwohl schon auf der Zielgeraden seiner Laufbahn, ließ er keineswegs nach, sondern „legte noch einmal ordentlich los“, wie der damalige Superintendent Hastedt bemerkte. Bei Hausbesuchen reparierte er schon mal eine Holztür, und auch in „seinen“ Kirchengemeinden sind Zeugnisse seiner Handwerkskunst erhalten: In Auferstehung eine Christusdarstellung, in Iselersheim Altar und Lesepult. Unter seiner Leitung wurden die Gemeindehäuser im Neuen Feld und in Iselersheim vergrößert und das Pfarrhaus in Iselersheim neu errichtet. Das farbenfroh leuchtende Rundglasfenster in der dortigen Kirche geht auch auf ihn zurück. Im Laufe seines Lebens war er auch an vielen Renovierungen von Kirchen in Niedersachsen beteiligt.

Wilhelm Maack gut gelaunt unter Leuten. Foto: Peter Matthiesen

Die Liebe zum Handwerk und zur Architektur blieb bei ihm bis zuletzt gepaart mit der Liebe zur Gemeinde, zu Seelsorge und Verkündigung. Häufig predigte er vor vielen hundert Zuhörern auf plattdeutsch auf dem Heidefest in seiner Heimat Schneverdingen, und auch hier im Nordkreis gewann er die Herzen mit seiner bodenständigen, warmherzigen Art. So fiel ihm, dem Handwerker und tatkräftigen Kirchenmann, in den letzten Jahren vor allem eines schwer: vieles nicht mehr wie gewohnt leisten und arbeiten zu können. Und doch blieb er dem Kirchenkreis und „seiner“ Iselersheimer Gemeinde eng verbunden. Bis vor einigen Wochen wohnte er mit seiner Frau am Ort, machte Besuchsdienste und gehörte zu den treuen Besuchern der Gottesdienste. Aus Altersgründen zogen Wilhelm und Eva Maack von einigen Wochen nach Norden in Ostfriesland, wo er am 3. September, kurz nach seinem 86. Geburtstag verstorben ist.

Pastoren Simon Laufer (Iselersheim) und Volker Rosenfeld (Auferstehung)