Ein Blick in das Innere der Findorff-Kirche Iselersheim
Das Schiff mit fünf Kerzen stellt die fünf Ortschaften der Kirchengemeinde dar.

Die Geschichte von Gemeinde und Kirche

Einweihung 1958

In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstand in unserem Land eine stattliche Anzahl von neuen Kirchen. Eine davon ist die Jürgen-Christian-Findorff-Kirche in Iselersheim, die 1958 geweiht wurde. 

Bis es zum Bau dieser Kirche kam, verging viel Zeit. Schon früh – erstmals 1780 – hatten die Siedler des Ostenmoores die zuständigen Behörden gebeten, eine eigene Kirche zu bekommen. Ihr Antrag wurde jedoch von der Königlichen Kammer abschlägig beschieden mit der Begründung, dass die „fünf staatlichen Moordörfer Ostendorf, Mehedorf, Iselersheim, Neuendamm und Hönau“ keine so beträchtliche Zahl an Einwohnern hätten, dass eine eigene Kirche nötig wäre; außerdem könne sie „von den Anbauern nicht unterhalten“ werden.

Bis zu 260 Sitzplätze

Die Siedler wurden von Anfang an in die Liborius-Kirchengemeinde in Bremervörde eingepfarrt, was dazu führte, dass dort eine zusätzliche Empore in die Kirche eingebaut werden musste, um die Gottesdienst-Besucher aus den Moordörfern aufzunehmen. Immerhin - so wird berichtet – besuchten durchschnittlich drei Personen einer Siedlerfamilie den sonntäglichen Gottesdienst.

1851 wurde von den Moordörfern erneut ein Antrag auf Errichtung einer Kirche auf den Weg gebracht. Aber auch diesmal war ihnen kein Erfolg beschieden. In der Folgezeit wurde immer wieder der Wunsch nach einer Kirche laut. Schließlich kam es 1896 zu dem Kompromiss, dass alle drei Wochen ein Gottesdienst in der Iselersheimer Schule angeboten wurde. Dabei wurden auch Kinder getauft und das Heilige Abendmahl gefeiert. Es wird berichtet, dass die engen Schulbänke die zahlreichen Besucher der Gottesdienste in Iselersheim nicht beeinträchtigten. Mit der hohen Besucherzahl wurde 1924/25 ein erneuter Antrag für den Bau eines Gotteshauses begründet.

Die Finanzierung sollte u. a. über eine landeskirchliche Kollekte erfolgen. Aber wie schon so oft, lehnte auch diesmal die Kirchenbehörde den Antrag ab. Der inzwischen gegründete „Kapellenverein“ brachte die Angelegenheit auch nicht voran; nicht zuletzt auch aufgrund der beiden Weltkriege.

Schließlich packten in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts Superintendent Friedrich Schwekendiek und Pastor Helmut Tiedemann das lange geplante Bauvorhaben erneut energisch an. Persönliche Besuche dieser beiden Herren im Landeskirchenamt in Hannover zeitigten  den erwarteten Erfolg. Die Planung konnte beginnen. Architekt Stahmann aus Buxtehude erhielt neben anderen Bewerbern den Zuschlag. Entwurf, Planung  und Durchführung lagen nun in seinen Händen. Schon am 6. April 1957 konnte der Grundstein gelegt werden und am Sonnabend  vor dem Erntedankfest – 4. Oktober 1958 – weihte Landesbischoff Hanns Lilje das neue Gotteshaus auf den Namen Jürgen-Christian- Findorff-Kirche. Die Kirche hat 180 feste Banksitzplätze. Durch die Einbeziehung des angrenzenden Gemeindesaales kann die Zahl auf 260 und mehr erhöht werden.
 

Kirche gehörte zunächst zu St. LIborius Bremervörde

Organisatorisch gehörte die neue Kirche zunächst zur Liborius-Kirchengemeinde in Bremervörde; sie war „Außenstelle“. Ab 1965 wurde sie Teil der inzwischen selbständig gewordenen Auferstehungs-Kirchengemeinde im Neuen Feld im Norden von Bremervörde. Schließlich wurde sie Mittelpunkt der neuen Kirchengemeinde Iselersheim, die zum 1. Januar 1994 „aus der Taufe gehoben“ wurde.

Die vier Moordörfer und das Geestdorf Nieder-Ochtenhausen haben damit ihren festen kirchengemeindlichen Platz bekommen. Besonders Nieder-Ochtenhausen hatte im letzten Jahrhundert öfter wechseln müssen. Bis 1925 gehörte das alte Geestdorf zur Kirchengemeinde Oerel, danach zur Liborius-Kirchengemeinde, seit 1965 zur Auferstehung-Kirchengemeinde und nunmehr – seit 1994 – zur Kirchengemeinde Iselersheim. Auch im historischen Kornspeicher in Nieder Ochtenhausen finden immer wieder Gottesdienste statt, etwa zu Weihnachten.

Reinhard Brünjes